Archiv der Kategorie: Technikkritik

Sommerzeit-Zeitumstellung-Einstellung

Ob Sommerzeit oder Winterzeit – jedes Jahr dasselbe Anti-Spektakel: Experten in Funk und Fernsehen erklären uns die Sommerzeit, werten Umfrageergebnisse aus und versuchen mithilfe von Infografen uns den Sinn und Unsinn der Zeitumstellung zu erläutern. Und fast jede/r hat ’ne Meinung. Ich auch. Kurzfassung: Zeitumstellung abschaffen!

Die diesjährige Zeitumstellung von Winterzeit (Normalzeit) auf Sommerzeit möchte ich ausnahmweise mal nutzen, um meinen Senf zum allgemeinen Halbwissenskongress beizutragen:

Es bleibt nicht länger hell! Es wird nur früher spät!

Wir beeinflussen mit der Umstellung der Uhren nicht den Lauf der Sonne – sondern nur, wie wir die jeweilige Sonnenposition einordenen. Für Sonnenposition X haben wir in Mitteleuropa für den 28. März 2015 die Uhrzeit Y festgelegt – und am 29. März wird daraus ‚dank Zeitumstellung‘ eben Uhrzeit Y+1. An der Sonnenposition ändert das jedoch nichts. Ja, es fühlt sich vielleicht so an, als wäre es Abends länger hell – dem ist jedoch nicht so: die Natur, die Sonne, das Universum und der ganze Rest interessiert sich nicht für unsere Uhren* – und schon gar nicht für die Zeitumstellung. (*Bedingt leider vielleicht doch: immer wenn Tiere nach dem Zeitplan von Menschen leben müssen. Aber das führt jetzt ein bisschen weit.)

Zeitumstellung-Einstellung

So. Und wohin muss ich jetzt den Zeiger drehen, wenn ich die Uhr umstelle? Geht eine Stunde verloren? Bekomme ich eine Stunde geschenkt? Immer wieder dieselben Fragen – dabei kann man sich eigentlich ganz einfach merken, in welche ‚Richtung‘ die Uhren umgestellt werden: durch die Zeitumstellung (Winterzeit-Sommerzeit-Winterzeit) wird der Sommer quasi zwei Stunden kürzer – der Winter zwei Stunden länger. Das klingt erst mal ein wenig dramatisch, ist es aber eigentlich nicht – denn wie bereits beschrieben ändern wir mit der zeitumstellung ja nichts am Lauf der Dinge – und schon gar nicht an der Länge der Jahreszeiten. Trotzdem kann die Geschichte vom ‚verkürzten Sommer‘ aber natürlich gerne auch als Argument gegen die Sommerzeit bzw. Zeitumstellung verwendet werden.

Ach ja: Meine Meinung? Sommerzeit abschaffen? Zeitumstellung einstellen? Ja bitte! Jetzt!

Nokia verkauft Mobiltelefonsparte an Microsoft

Nein nein nein! Das darf doch wohl nicht sein!! Wieder so ein Thema, das ich meine, lange im voraus erahnt zu haben – und wieder keine entsprechende Wette abgeschlossen!!!

Aber ich fange mal lieber vorne an: Die Anzeichen waren ja doch ziemlich deutlich sichtbar – so deutlich, dass meine Vorhersage, Microsoft wolle mittel- bis langfristig Nokias Mobiltelefongeschäft übernehmen, kaum als Vorhersage taugte. In Helsinki, in Malmö, in Berlin, in Espoo, in Nokia: die Spatzen pfiffen es von den Dächern.

Aber ich wollte es trotzdem nicht glauben – das wäre ja nun auch zu blöd, dachte ich mir immer. Warum sollte der finnische Mobiltelefonhersteller einknicken? Nokia hatte es immer verstanden, gute günstige Telefone für die Massen zu produzierten. Darüberhinaus hat Nokia viele Standards geschaffen, ohne die Mobiltelefonie heute anders aussähe: GSM, SMS, …

Aber nun doch das: Microsoft übernimmt Nokia.
Ich weiss, das entspricht nicht ganz der Wahrheit – aber so fühlt es sich zumindest an.
Über die vergangenen zweieinhalb Jahre hatte Microsoft bereits seinen Fuß in der Tür des finnischen Mobilfunkriesen: Nokia Smartphones der neuesten Generation “Lumia” laufen seit 2010 auf dem mobilen OS “Windows Phone” aus dem Hause Microsoft. Seitdem hatte ich so meine Befürchtungen – und habe die Nachrichten aus Nokia-Land besonders inspiziert. 2010 kam auch ein neuer Chef zu Nokia: Stephen Elop, der zuvor im gehobenen Management,  Bereich Strategiefindung bei Microsoft arbeitete.

Das Lumia bekam dann auch immer wieder gute Kritiken – leider kam nur das neue mobile Betriebssystem zuerst nicht so gut an. Doch es wurde immer wieder beteuert, man arbeite an den Problemen. Seitdem hat sich der Börsenwert des Handyherstellers ungefähr halbiert.

Ist das nun offiziell, oder noch eine Verschwörungstheorie? Jedenfalls scheint Stephen Elop seinen Job in Finnland richtig *gut* gamcht zu haben – für einen Spottpreis kann Microsoft sich die Mobiltelefonsparte einverleiben, Mission accomblished, und Stephen Elop kehrt zurück in die Chefetage von Microsoft. Un-f***ing-fassbar. Irgendjemand überrascht?
Dabei hätte (hätte-hätte) alles ganz anders ausgehen können: Nokia kommt 1996 mit dem ersten Communicator, dem Nokia 9000 auf den Markt: Fax, Email, Adressbuch, Web-Broswer – und das alles zu einer Zeit, als kaum jemand w  Ab der dritten Generation läuft das Smartphone auf mobilen OS Symbian, das sich schnell zum Standard etabliert. Doch leider wird das Konzept nicht weiter entwickelt – im Februar 2007 kommt der letzte Nokia Communicator, das E90 heraus. Knapp ein halbes Jahr später bringt Apple das erste iPhone auf den Markt.

iPhone kaputt – was tun?!

Letzten Sonntag ging mein iPhone 4 kaputt. Einfach so. Es war nicht heruntergefallen, es gab keinen Wasserschaden – kein erkennbarer äußerer Einfluß, keine Ursache. Morgens klingelte noch der Wecker, dann konnte ich noch meine Emails abrufen, in der Zeitung lesen und mich über das Wetter in Berlin, New York, Malmö und Tokio informieren. Dann habe ich das Ladekabel eingestöpselt – und ca. 20 Minuten später fiel mir auf, dass das iPhone neustarten wollte. Auf dem Display war erst das Apple-Logo zu sehen – dann plötzlich die Aufforderung, das iPhone mit iTunes zu verbinden. Und das wars dann.

Die nachfolgenden Stunden verbrachte ich mit einer umfangreichen Fehlersuche. Ich durchforstete diverse Internetforen, besuchte die Apple-Support-Seiten – und kam zu dem Schluss, dass ich mit meinem Problem immerhin nicht allein war.

Das iPhone hing nun in einem Reboot-Lopp. Ohne Kabel ging gar nichts mehr, mit angeschlossener Stromversorgung startete mein iPhone alle paar Minuten neu – und iTunes bemerkte nach einigem hin und her immerhin, dass ein iPhone angeschlossen war – und dass dieses nun am besten im Recover-Mode zu starten sei. Ein Klick auf OK brachte die Meldung “Verifying iPhone…” auf den Bildschirm – dann wurde das Display des iPhones dunkel, dann die Meldung “…failed.”, dann das Apple-Logo auf dem iPhone-Display, dann wieder der Hinweis, dass ein iPhone angeschlossen sei – und dass dieses nun am besten im Recover-Mode zu starten sei. Nun war ich “immerhin” im Recover-Loop. Aber auch das war leider kein Fortschirtt im Vergleich zum Neustart-Loop – das Problem war dasselbe, die Symptome leicht anders.

Nun ist mein iPhone seit gestern (Montag) beim Experten meines Vertrauens – und will mal versuchen zu dokumentieren, wie sich die iPhone-Abstinenz auf meinen Alltag auswirkt. Also – “iPhone-Abstinenz” oder “iPhone-Entzug” klingt jetzt erstmal erschreckend dramatisch, aber wie soll man eine iPhone-freie Zeit nach zwei Jahren Dauernutzung denn sonst nennen?

Tag1: Montag
Der Wecker ging nicht. Macht nix. Bin sowieso nach ca. 4 Stunden von alleine aufgewacht – und habe sogleich weitere Wiederbelebungsversuche unternommen – diesmal am iMac – leider ohne Erfolg.
Ohne iPhone keine Apps – und damit keine schnellen Antworten auf einfache Fragen:
Was steht in der Zeitung?
Wie wird das Wetter?
Wo habe ich das Auto geparkt?
Habe ich ein ein Ersatz-Handy?
Zum Glück lassen sich alle Fragen dann doch auch ohne iPhone beantworten.
Auf zum Apple-Experten meines Vertrauen. Eine kurze Frage-Antwort-Analyse läßt zwei mögliche Ursachen im Rennen: die USB-Schnittstelle ist hin (Kostenpunkt ca. €30,-) oder der Speicher kaputt (Kostenpunkt knapp €200,-). Hoffentlich ist es nur der USB-Anschluß.

Tag2: Dienstag
Anruf vom Experten meines Vertrauens: der Flash-Speicher des iPhones ist dann wohl die Ursache für die “Betriebsstörung” – hat eine Macke – ist kaputt. Auf ungefähr 185,- Euro wird sich die Reparatur bzw. der Austausch des betroffenen Teils belaufen – muss aber bestellt werden – Ende der Woche soll das Gerät dann fertig sein. Ok – ist ja nicht so schlimm, denke ich. Adressen, Emails, Apps – ist ja alles in der Cloud UND auf dem MacBook. Eine Stunde später fällt mir auf, dass ich meine Fotosammlung eigentlich nie synchronisiert habe. Ungewissheit: sind nun die ca. 2000 Fotos, Videos, Panoramabilder und HDR-Aufnahmen der letzten zwei Jahre –– weg…?! Anruf beim Experten: sie versuchen zu retten, was zu retten ist.

Tag 3: Mittwoch
So langsam freunde ich mich mit meinem neuen/alten Ersatzhandy an: hatte schon am Montag mein altes Nokia 6600 aus der Schublade gekramt und dank eines SIM-Karten-Adapters passt auch die Mini-SIM. Habe seit Jahen das erste mal wieder Snake gespielt – und habe mich dabei gegenüber mir selbst ziemlich blamiert. Ich war mal soooooo gut – aber ein paar Jahre nicht gespielt, schon weiss man die einfachsten Moves nicht mehr.
Und: habe meine erste SMS geschrieben – also meine erste Ersatzhandy-SMS. Wow. Echte Tasten sind eine tolle Erfindung. Das Schreiben hat sogar wie früher auch einhändig funktioniert – und am Ende gings sogar auch wieder ohne hinzusehen. Das ist wohl das eine Feature, das ich beim iPhone am meisten vermisse: einhändig blind SMS schreiben. Sehr praktisch.
Ausserdem habe ich versucht, meine EMails abzurufen. Theoretisch kein Problem: immerhin ist das Nokia 6600 ja in Lage, eine Verbindung mit dem Internet aufzubauen. Opera liefert als mobiler Browser soweit auch ganz gute Ergebnisse, und der Email-Client lädt auch ganz fleissig alles runter, was er auf dem Mail-Server finden kann – aber das dauert… und dauert… und –– cancel.

Tag 4: Donnerstag
Die Vorzüge von Snake und echten Tasten habe ich ja bereits gestern abgefeiert. Heute mal die Nachteile meines betagten Ersatzgeräts: der Akku hält ca. 1.5 Gespräche lang durch. Autsch. Zum Glück leiht mir das benachbarte Café ein entsprechendes Ladegerät aus – die Frage nach einem “alten Nokia-Ladegerät” wird mit einem Schmunzeln und der freundlichen Gegenfrage “Wie alt darf’s denn sein?” beantwortet. Na ein Glück! Da kann die lang geplante Telefonkonferenz ja doch noch stattfinden.

Tag 5: Freitag
Erst ist nicht klar, ob mein iPhone heute fertig wird – bzw. ob der Bote das Gerät noch vor 18Uhr zum Apple-Experten meines Vertrauens bringt, oder nicht. Um 16:30 ist es dann so weit – träräh – ich darf mein iPhone abholen.
Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem “reparierten Gerät” gar nicht um mein altes Gerät handelt – sondern um ein nigelnagelneues iPhone 4. Ist das eine gute Nachricht? Ich denke schon. Auch wenn ich ursprünglich aus verschiedenen mehr oder weniger ideologischen Gründen gehofft hatte, dass “die” mein iHpone wirklich reparieren würden. Naja. So ist das dann wohl heutzutage.?!? Ok.

Zu hause angekommen wird das Gerät eingestöpselt und “wiederhergestellt”. Positive Überraschung des Tages: alle Fotos, Panoramabilder und Videos sind noch da – und Safari hat sich scheinbar sogar alle offenen Seiten gemerkt. Prima Sache. Negative Überraschung des Tages: Google Maps ist weg. Stattdessen nun also Apple Maps. Ich war eigentlich schon darauf vorbereitet, aber enttäuschend ist das dann doch. Über die vermeintlichen Unzulänglichkeiten von Apple Maps will ich mich hier jetzt nicht auslassen – nur so viel sei verraten: meine Auto-Parkplatz-Suche-App funktioniert nicht mehr. Bleibt die Frage: Wo habe ich das Auto geparkt? …na das wird sich hoffentlich auch noch so oder so oder anders einrenken..:)

Bye bye 60 Watt Glühbirne

Es gibt ja Quatsch und es gibt Quatsch – aber das Verbot von 60 Watt Glühbirnen gehört sicherlich in eine ganz eigene Quatsch-Kategorie: Richtig Quatsch.

In erster Linie tut es mir aus Design-Sicht weh zu sehen, wie ein nahezu perfektes Objekt mutwillig schlecht gemacht wird. Form und Funktion im Einklang, günstig zu produzieren, Ressourcen-schonend, halbwegs robust – und wenn der Birne mal das Licht ausgeht ist das Ding auch noch ziemlich unproblematisch zu entsorgen: ein bisschen Glas, ein wenig Metall, und irgendwas isolatorisches dazwischen – viel mehr gibt es da nicht zu trennen.

Der offizielle Hauptgrund für das Aus der Birne ist dann eigentlich auch noch ihr größter Joker: Licht und Wärme da, wo es benötigt wird. Die Familie sitzt am Tisch, die Esstischlampe wird angeknippst, die Birne strahlt Licht und Wärme. Das Höhlenfeuer des 20. und 21.Jahrhunderts, um das sich die Sippe zusammenkuschelt um sich zu nähren, sich zu sehen, sich zu wärmen.

Und was will uns die Politik die Lobby nun stattdessen verkaufen? Kaltlicht! Vermeintlich effizient, effektiv, stromsparend. Ein überteuertes HighTec-Verbundobjekt, das am Ende zu Sondermüll wird.

Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Neonlicht –  für jede Aufgabe sollte immer die optimale Lösung angestrebt werden – und es gibt unzähliche Aufgaben, die Kaltlichtröhre besser meistert, als die Glühbrine: Krankenhausflure, Baustellen, Strassenbeleutung — und an solchen Orten greift auch das Argument, die Wärmeabgabe der Glühbirne sei ein unerwünscher Nebeneffekt, uneffektiv, reine Energieverschwendung.

An dieser Stelle muss ich aber vielleicht noch schnell anmerken, dass ich nun auch nicht der Typ bin, der überall und immer Glühbirnen verwenden muss. Um ehrlich zu sein: bei mir zu hause ist nicht eine Birne im Einsatz. Und das seit Jahren. Ich habe aber mehere im Schrank. Und wenn ich irgendwann eine Lampe habe, die eben für den Betrieb mit Glühbirnen gestaltet wurde, dann möchte ich auch die passende Glühbirnen verwenden können. Verwenden dürfen. Weil mir gutes Design wichtig ist. Und weil es meine freie Entscheidung ist – und nicht irgendein zusammengeschraubtes Lobby-Gesetz.

siehe auch:

tillintallin:
5 gute Gründe, warum die Glühbirne nicht verboten werden sollte

Heatball:
www.heatball.de

Bulp Fiction:
www.bulbfiction-derfilm.com

Das Phöbuskartell:
http://de.wikipedia.org/wiki/Phöbuskartell

Die 110-jährige Glühbirne – The Centennial Bulb:
www.centennialbulb.org

Jetzt mal richtig: Abschalten!

Atomkraftwerke abschalten!

Die Nachrichten über die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima machen fassungslos. Bundeskanzlerin Merkel will jetzt die AKW-Laufzeitverlängerung für 3 Monate aussetzen und sieben AKWs stillstehen lassen. Doch die Konsequenz aus Fukushima kann nur sein: AKWs abschalten – und zwar endgültig.

Kampagne bei campact.de: “Fukushima heißt: Abschalten!”

Nokia, Bochum, und so weiter..

ganze vier Tage lang konnte ich meine Klappe halten – aber mittlerweile wird mir die “Diskussion” um Nokias geplante Werksschließung in Bochum einfach ein wenig zu bunt – und ich sehe mich geradezu gezwungen, die Kommentare der vergangenen Tage kommentieren. Alle anderen scheinen ihren Senf ja schon abgegeben zu haben….zum Beispiel Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU), die dem Finnischen Handy-Hersteller Nokia “Subventions-Tricksereien” vorwarf und das Unternehmen vor einem “gewaltigen Imageschaden” warnte.

..Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Rüttgers hingegen beschimpfte den ehemals ach-so-sehr geliebten Investor, Arbeitgeber und Steuerzahler Nokia sogar als “Subventionsheuschrecke”!

Sogar zu Boykott-Aufrufen sind sich die Politiker nicht zu schade – und nehmen damit eine Welle von Europa-Skepsis billigend in Kauf. Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, ließ die “Frankfurter Rundschau” wissen, daß er künftig nicht mehr mit Nokia-Handys telefonieren werde.

Laut BILD-zeitung soll Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) gesagt haben, daß er aus Solidarität mit der Bochumer Nokia-Belegschaft vorhabe sein Nokia-Handy gegen ein Handy eines anderen Herstellers zu tauschen – und auch SPD-Fraktionschef Peter Struck habe vor, sein Nokia zurückzugeben.

Zugegeben: Nokia hat sich bei der Bekanntgabe der schlechten Nachricht nicht besonders diplomatisch verhalten. Und richtig echte Entlassungen schmerzen natürlich viel mehr, als “sozialverträglicher Stellenabbau” oder eine “Auslagerung” von Arbeitsplätzen – wie zB neulich bei BenQ geschehen. Auch die Telekom hat gerade ähnliches vor – hier sollen ca. 35000 Stellen “ausgelagert” werden. Falls dann Kündigungen aktuell würden hätte man einem möglichen Imageverlust so geschickt vorgebeugt.

Ich kann mir diese heftigen Trotz-Reaktionen seitens der Deutschen Politiker eigentlich nur damit erklären, daß diese sich einerseits persönlich beleidigt fühlen – und anderereits ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Wählern haben, dies aber hinter der Trotz-Maske verstecken wollen. Immerhin haben sie einem international erfolgreichen Großkonzern Millionen in den Rachen geworfen – und plötzlich will Nokia nicht mehr mit ihnen ’spielen’.. – ..oder ist das schon wieder Wahlkampf..?
..wie auch immer..

..was nun..?

Politiker sollten meiner Meinung nach einfach ein bisschen ehrlicher sein – und den Leuten vielleicht auch mal erzählen, daß “Freie Marktwirtschaft” und “Grenzenloses Europa” nicht nur Chancen – sondern auch Risiken bedeuten können. Außerdem sollte man dringend die Subventionspolitik überdenken – dann kommt es zukünftig vielleicht nicht mehr zu solchen ‘Mißverständnissen’..

Und dann muß ich noch sagen:
..JA! – ich liebe mein Nokia! ..und JA! – ich bin froh, daß mein Nokia ein Stück “High Tech” “made in Europe” ist.. – ..und wenn mir irgendjemand sein ausgedientes N95 schicken möchte hätte ich nichts dagegen..:]

Gruß, t..

PS: alle Politiker-Zitate, Spekulationen und Berichte etc. habe ich bei www.netzeitung.de gefunden. Siehe auch “Erste Kündigungen nach angekündigtem Nokia-Aus” bei heise.de – und die momentan auf knapp 300 Beiträge angewachsene Diskussion zum Artikel “Erste Kündigungen..”

PS2: Nachtrag: über www.politik-digital.de bin ich gerade auf den “No Nokia -Blog der Nordrhein-Westfälischen SPD gestoßen: nonokia.nrwspd.de
Und die Netzeitung verweist in ihrem Artikel “Nokia – Connecting Blogger” auf unterschiedliche Beiträge, Artikel und Meinungen verschiedener Weblogs – zum Beispiel auf den Beitrag “verneigen vor Verheugen“, in dem Hein Baumgarten aus Hitzacker wiederum darauf hinweist, daß andere Investoren sich teilweise noch vie schamloser ‘bedienen’.. – ..sehr aufschlußreich!

Netz auf, Kopf an – WLAN frei!

ich bitte die vielleicht etwas merkwürdig anmutende Überschrift zu entschuldigen – lange habe ich gegrübelt, was ein passender Titel für diesen Beitrag sein könnte – ein richtig bessere, kürze, prägnantere Variante fiel mir leider nicht ein.. und außerdem darf der Titel auch ein bisschen bekloppt sein – immerhin geht’s um ein Thema, was meiner Meinung nach mal wieder so richtig ’tillintallin’ ist..

..also: wenn ich in ‘woanders’ unterwegs bin, ‘mein Internet’ bzw. ‘meinen Internetanschluss’ also gerade mal nicht dabei habe, bin ich immer wieder sehr froh, wenn ich einen freien WLAN-Zugang entdecke.. – ..warum auch nicht..?! In Helsinki (Finnland) sind offene/freie WLAN-Zugänge mittlerweile von öffentlichem Interesse – in der ganzen Innenstadt sind WLAN-HotSpots installiert, die kostenfrei und unkompliziert genutzt werden können. Und das macht Sinn – immerhin nutzten die meisten Menschen das Internet, um sich und/oder andere zu informieren, um Neuigkeiten auszutauschen, etc.. – ..kurz gesagt: das Internet stellt in erster Linie einen enorman Mehrwert dar. Mir ist nur nicht klar, warum man das überhaupt noch dazu sagen muss..?! ..ich hatte mich ja schon neulich in meinem Berlin-Blog zum Thema “freies WLAN-Netz für Berlin” ausgelassen..
Jedenfalls scheint man in Deutschland da anderer Meinung zu sein: hier stellen freie Internetzugänge erstmal eine Gefahr dar – für die Industrie (insbesondere für die Musikindustrie), für den Staat, für die Gesellschaft – und am Ende auch für jeden, der einen offenen WLAN-Hotspot betreibt. Zumindest sollen wir das glauben – so wird es uns erzählt. Gerade hat das Landgericht Hamburg festgestellt, daß jeder sein WLAN verschlüsseln müsse – ansonsten könne er für Straftaten anderer haftbar gemacht werden.
(siehe auch “Danke LG Hamburg! Jeder WLAN-Nutzer ein potentieller Krimineller!” bei probloggerworld.de)
..wie bitte was..?!
Das LG Hamburg scheint da meiner Meinung nach etwas übersehen zu haben: einerseits dürfte ein ‘geschütztes’ WLAN für kriminelle Elemente wohl kaum eine ernstzunehmende Hürde darstellen – und andererseits könnte der Staat bei Anwendung der gleichen Logik künftig also auch für alles haftbar gemacht werden, was auf ’seinen’ ‘ungeschützten’ Straßen passiert..?! ..wohl kaum..

Zum Glück sehen das andere Gerichte anders – das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt stellte neulich fest, daß man nur dann die Benutzung eines Internetanschlusses überwachen oder verhindern müsse, wenn ein konkreter Verdacht auf Missbrauch vorläge.
(siehe auch “Neue Urteile zur Haftung von Inhabern von Internet-Zugängen” bei www.golem.de)

..na immerhin..

endlich: ein MacBook Pro!

Der Titel ist jetzt vielleicht ein bisschen irreführend – passt aber eigentlich ganz gut zur Story.. Also: Vor ungefähr genau einem Jahr brannten meinem geliebten fünf Jahre alten PowerBook die Sicherungen durch – ‘Sicherungen’ natürlich leider nur im übertragenen Sinne. Das gute Stück war hin.

Was war geschehen..? Die Hauptplatine – bzw. das sogn. Motherboard war wohl ‘müde’ oder ’spröde’ oder ‘brüchig’ geworden, vor meinen Augen blieb plötzlich alles wie eingefroren stehen – ein Neustart startete nicht mehr neu – und das war’s dann.

Ich war natürlich mitten bei der Arbeit – und so musste umgehend ein neues Gerät her – und so kam ich dann zu diesem feinen kleinen Gerät, an dem ich jetzt sitze: ein 15″ MacBook Pro, 2 GHz Intel Core Duo Prozessor, 1 GB Ram, PiPaPo etc..

Mit diesem neuen Gerät kamen dann auch sogleich neue Probleme auf mich zu: zuerst waren es ‘nur’ Softwareprobleme – so dachte ich zumindest:

Mein gutes altes Softwarepaket ‘Macromedia Studio MX’ lief zwar zum Teil, ‘Dreamweaver MX’ sträubte sich aber auf dem MacBook zu laufen – und ohne ‘Dreamweaver MX’ kann ich nun mal leider nicht wirklich arbeiten. Also wurde erstmal ‘Macromedia Studio 8′ angeschafft…

Dann lief erstmal alles – ich wunderte mich zwar über häufige Systemabstürze, tägliches ‘Einfrieren’, und mehr oder weniger ‘lustige’ bunte Muster auf dem Screen, die mich stark an Strickmuster Schwedischer Wollpullover erinnerten – schob die Schuld aber wieder und wieder auf die Software, auf’s System, auf Skype, auf iTunes – und hatte knapp ein lang Jahr die Hoffnung, irgendwann die ‘richtige’ crash-freie Software-Kombination gefunden zu haben.

Dann kam ‘Second Life’. Ich wusste aus verschiedenen Quellen, dass die aktuelle Version von ‘Second Life’ eigentlich auf meinem MacBook Pro hätte laufen sollen – aber egal was ich auch versuchte, ‘Second Life’ stürzte spätestens nach dem Anprobieren der zweiten Hose ab – ‘fliegen’ führte unweigerlich umgehend zum Absturz. Nachdem ich sogar neue saubere Useraccounts auf meinem Rechner eingerichtet hatte, auf denen nur das allernötigste plus ‘Second Life’ installiert war, stand fest, dass es sich nicht um einen oder mehrere Softwarefeheler handeln konnte – es musste sich dann doch um einen Harwarefehler handeln.

Also machte ich mich mit meinem nun schon fast 1 Jahr alten PowerBrett sowie zahlreichen Crash-Screenshots unter’m Arm auf den langen Weg zur Berliner Mac-Garatie-Werkstatt (in Berlin ist für solche Sachen die Firma Card-Service in Berlin-Kreuzberg zuständig). Erst hatte ich so meine Probleme, den Technikern mein Problem zu schildern – immerhin traten die Probleme immer erst nach einer gewissen Zeit bzw. nach und/oder während ‘besonderer’ grafischer Prozesse auf. Der Versuch, die F9-Exposé-Funktion auszuführen führte aber direkt zum ‘erhoffen’ Vorführ-Crash – bzw. zum Einfrieren des Displays – und nach einigen weiteren Erklärungen und detaillierten Crash-Beschreibungen machte ich mich ‘zufrieden’ und ohne Arbeitsgerät unter’m Arm wieder auf dem Heimweg.

Apple MacBook Crash Muster

Knappe zwei Wochen später durfte ich das gute Stück wieder abholen. Das Motherboard war ausgetauscht worden, ein für mich kostenloser Garantiefall. Hurra. Endlich lief mein MacBook Pro auch mal zwei drei vier Tage durch, ohne abzustürzen, ohne einzufrieren, und vor allem ohne Schwedische Strickmuster zu generieren – ich hatte das erste mal das Gefühl, dass das neue Gerät wirklich schneller und zuverlässiger war, als mein ‘gutes altes’ PowerBook.

Ein paar Tage später wollte ich dann ’schnell mal eben’ ein paar Bilder vom geliebten Nokia 6600 via BlueTooth auf’s MacBook synchronisieren hochladen. Doch was war das: ‘could not find BlueTooth Hardware’.. Auf deutsch: BlueTooth funktionierte nicht mehr. Also ging’s gleich wieder nach Kreuzberg zur Macintoshwerkstatt – ein weiterer Garantiefall. Diesmal dauerte die Reperatur immerhin nur vier kurze Tage – wenn ich die Stunden zusammenzähle komme ich sogar nur auf drei Tage..

Zurück im Home-Office begutachtete ich mein MacBook Pro nun mit einiger Skepsis – auch wenn BlueTooth UND das Motherboard nun endlich wohl doch funktionierten.. Ich hatte einiges aufzuholen, also begann ich erstmal damit, Rechnungen zu schreiben – und da stellte sich umgehend der nächste und hoffentlich letzte Mangel heraus: entweder war die Tastatur innerhalb eines knappen Jahres so runtergerockt, dass einige Tasten aufgrund von Altersschwäche den Dienst versagten, oder aber die Tastatur hatte die letzte Garantiefall-Reperatur nicht sooo gut überstanden – jedenfalls ging die Plus-Taste nun nicht mehr – andere Tasten machten auch schon merkwürdigen Kratzgeräusche, hakten hier und da und liessen insgesamt nichts Gutes erahnen. Ein dritter und vorerst hoffentlich letzter Besuch der Mac-Werkstatt wurde nötig – man begrüsste mich inzwischen mit einem leicht schrägen Lächeln, aufmunternden Kommentaren und einer einseitig hochgezogener Augenbraue – schnell wurde ein neues Keyboard bestellt und zwei Tage später eingebaut.

Inzwischen sind 10 Tage vergangen. Die Garantie besteht noch bis Ende des Monats (vorsicht: nur 1 Jahr!) und es haben sich bisher keine weiteren Merkwürdigkeiten ergeben. Ich bin optimistisch, dass ich die Kreuzberger Macintosh-Werkstatt so schnell nicht wieder besuchen muss. Ich klopfe dreimal auf Holz, verknote meine Finger, und hoffe hoffe hoffe, dass mein ‘gutes neues’ Gerät nun wenigstens auch so tapfer und zuverlässig läuft, wie es sollte. Somit kommen wir zum Ende, der Kreis schliesst sich und ich muss einfach nochmal den Titel dieses kleinen Aufsatzes Ausflugs in die Welt der aufmüpfigen Hochleistungsrechner loswerden: Endlich: ein funktionierendes(!) MacBook Pro!

Gruß, t..

Skandal: VoIP-Telefon dann doch gefloppt

Jetzt isses also raus: heise.de meldete heute, daß die Deutsche Telekom ihr “VoIP-Telefon” a.k.a. “Festnetzhandy” a.k.a. “T-One” ein gutes halbes Jahr nach dem Startschuss wieder einstellt.. Warum nur bloß..?! Eigentlich hätte doch alles so schön sein sollen: 1 Anschluss bzw. sogar nur 1 Gerät für alle Telefon-Gelegenheiten: mobil, zu hause, unterwegs, über WLAN und/oder über GSM.. äh..
..nochmal von vorne..? Ok: es war einmal ‘ein’ ‘neuer’ ‘Vertrag’, auch “T-One” genannt, über den man von fast überall aus fast günstig hätte telefonieren können:
“Ein Anschluss. Ein Telefon. Eine Mailbox. Eine Rechnung.”
So lautete bis jetzt jedenfalls die verheißungsvolle Einladung auf der Produkt-Homepage zum ‘Einer-für-Alles-Produkt’ der Deutschen Telekom (www.t-one.de). Vielleicht war das ja auch ein bisschen zu viel – bzw. zu wenig versprochen..? ..waren da nicht noch die verschiedenen monatlichen Grundgebühren und Flatrates, die heise.de schon damals so schön hintereinanderwech aufgelistet hatte, dass es einem fast im Schädel brummte..? ..hier zur Erinnerung nochmal ‘kurz’ meine ‘Wunsch-Konfiguration’ in Zeitlupe – also die Vertrags- und -Flatrate-Kombination, die es mir ermöglicht hätte, von ‘jedem’ WLAN-HotSpot aus für ‘umsonst’ zu telefonieren – bzw. zumindest soweit mich die monatlichen Freiminuten eben getragen hätten:

  1. Mobilfunkvertrag von T-Com mit mind. 25 Inklusivminuten
    -> ab 10,- €/Monat
  2. Festnetzanschluss der T-Com
    -> ab 15,95 €/Monat
  3. Internettelefonie von T-Online mit Festnetz-Flatrate
    -> 9,95 €/Monat
  4. T-Online-DSL-Anschluss
    -> 19,99 €/Monat
  5. Internet-Flatrate von T-Online
    -> 9,95 €/Monat
  6. Freischaltung für T-Com-WLAN-HotSPots
    -> 4,95 €/Monat

.wow. Nur zwei kleine heise.de-Zitate fehlen da noch, um die ‘Packung’ komplett zu machen:

  1. “Die VoIP-Gespräche via WLAN sind allerdings komplett unverschlüsselt.”
  2. “Wenn das TC 300 sich unterwegs ins GSM-Netz eingebucht hat, kann der Kunde auf Wunsch auch Anrufe auf seiner Festnetz- und VoIP-Nummer entgegennehmen. Dann zahlt er allerdings 12,9 Cent pro Minute für die Weiterleitung ins Mobilfunknetz.”

..noch Fragen..?
..ach-ja: wann kommt denn endlich Apples iPhone raus..?!

Grüße, t..

Power-Lügen (und Wahrheiten (und Gerüchte)) (I)

Tut mir leid, aber ich kann die jüngste öffentliche Diskussion über Kernenergie (oder vielleicht besser: Atomkraft) einfach nicht unkommentiert lassen. Hier kommt also mein erster Kommentar zu dem, was ich „Power-Lügen (und Wahrheiten (und Gerüchte))“ nennen möchte.

Zunächst einmal, für diejenigen, die es nicht wissen: Ich bin in einer ländlichen Gegend in Norddeutschland aufgewachsen, die bekannt ist für ihre fast unberührte Natur, ihre freundlichen Landwirte – und eine Reihe von geplanten Anlagen, die für die Behandlung von radioaktiven Abfällen konzipiert sind. Das ganze Projekt ist seit den 70er Jahren im Bau, aber die ersten Behälter mit dem Namen ‚CASTOR‘ wurden bereits Mitte der 90er Jahre eingeliefert.
Solange ich denken kann (im wahrsten Sinne des Wortes), weiß ich, dass Atomkraft nicht nur gefährlich, sondern auch einfach der falsche Weg ist.

Damit komme ich zur ersten (und eigentlich meiner Lieblings-) „Stromlüge“: der Kohlendioxid-Reduktionslüge:
Ja, es stimmt, dass Kernkraftwerke dazu beitragen können, die Produktion von Kohlendioxid zu verringern – und zwar lokal. Wenn ein Kernkraftwerk erst einmal gebaut ist und mit Brennstäben gefüttert wird, dann wird es im Grunde zunächst mal nur Wasserdampf ausstoßen. Soweit zumindest die Theorie.

Bis ein Kernkraftwerk jedoch tatsächlich gebaut und mit Brennstäben beschickt werden kann, wird eine Menge Kohlendioxid ausgestoßen – vor allem in den Ländern, in denen die Brennstäbe hergestellt werden. Um die tatsächlichen Zahlen zu vergleichen, hilft eine so genannte „Lebenszyklusanalyse“, um herauszufinden, wie groß der tatsächliche CO2-Fußabdruck einer Technologie ist. Die genauen Zahlen scheinen jedoch sehr unterschiedlich zu sein – je nachdem, was tatsächlich verglichen wird – und auch je nachdem, wer die Forschung eigentlich bezahlt hat.

Wenn Du also das nächste Mal jemanden etwas sagen hörst, dass „Kernenergie zur Verringerung der Kohlendioxidemissionen beitragen kann“, dann kannst Du vielleicht ein kleines „lokal“ hinzufügen.

Hier zwei Links zum Thema:
-> Greenpeace’s Kampagnenseite ‚End the nuclear age‘ (www.greenpeace.org)
-> Elena’s Motorradfahrt durch Tschernobyl (www.kiddofspeed.com)